Für Lilith Hinrichsen sollten die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften
(DKM) in Wuppertal der Saisonhöhepunkt auf der 25 m Bahn werden. „Die Zuspitzung im Training und in der Vorbereitung ist immer ein Ritt auf der Rasierklinge – zu wenig machen oder zu viel machen, beides kann Nachteile haben. Und man weiß erst hinterher, ob die Planung stimmte oder nicht.“, so die in Hamburg trainierende Niebüllerin.
So war der erste Start der Veranstaltung über 100 m Freistil auch gleich in Gradmesser. Und Hinrichsen lieferte ab: 0:56,53 im Vorlauf bedeuteten Qualifikation fürs B-Finale (13.) und Kreisrekord für Nordfriesland. „Gleich nochmal schneller als bei der Landesmeisterschaft vor 4 Wochen – ein Auftakt nach Maß!“, freute sich auch die „Heimtrainerin“ Kirsten Nielsen, die wie alle anderen Niebüller die Wettkämpfe nur online verfolgte.
Nachmittags ging es im B-Finale noch schneller, in 0:56,39 blieb es bei Platz 13. Am zweiten Vormittag knackte Hinrichsen zum ersten Mal die 28-Sekunden-Marke über 50 m Schmetterling (0:27,97), schwamm mit Platz 15 erneut ins B-Finale und dort mit erneutem Rekord (0:27,78) auf Platz 13.
Am dritten Wettkampftag hatte sich Hinrichsen mit 100 m Rücken und 50 m Freistil ein „Doppel“ vorgenommen. Über 100 m Rücken gelang ihr eine minimale Steigerung (0,01 auf 1:03,35) und Platz 10 im Vorlauf. „Nach den deutlichen Steigerungen an den vorherigen Tagen hatte man aus der Ferne ein bisschen mit dem A-Finale geliebäugelt. Das ging bei 1:02,66 „weg“. Aber auch im B-Finale hat man ja noch einmal die Chance sich zu steigern“, so die Niebüller Cheftrainerin Kirsten Nielsen. Direkt im Anschluss über 50 m Freistil war mit 0:26,33 (+0,01) der einzige Start ohne Rekord für Hinrichsen bei den gesamten Meisterschaften (Platz 15, B-Finale).
Im Finalabschnitt ließ Hinrichsen es dann richtig krachen. Über 100 m Rücken pulverisierte sie ihren Rekord aus dem Vorlauf, dominierte das B-Finale nach Belieben und setzte in 1:01,10 eine Zeit, die im A-Finale für Platz 6 gereicht hätte – so aber „nur“ als Platz 9 gewertet wurde. „Das hat wirklich großen Spaß gemacht! Die Zeit ist unglaublich!“, jubelte die Schülerin danach. Völlig befreit knackte sie im Anschluss auch noch in 25,85 die nächste Marke und wurde über 50 m Freistil 10.
Am letzten Tag der Meisterschaften standen noch die 50 m Rücken auf dem Programm. Hier hatte Hinrichsen im letzten Jahr zum ersten Mal völlig überraschend im A-Finale gestanden (damals 29,10 Vorlauf, 28,92 Finale und Platz 8). „Natürlich will man immer weiter nach vorne kommen, aber noch geht es hauptsächlich darum, sich kontinuierlich in den Zeiten zu verbessern – Platzierungen folgen dann irgendwann.“, so Lilith Hinrichsen.
Mit 28,64 war in diesem Jahr „nur“ Platz 10 im Vorlauf drin, bei 28,59 ging der letzte A-Finalplatz weg. „So knapp ist es eben auf den kurzen Strecken – meine Zeit war trotzdem super.“ Die zweite Chance auf Verbesserung im B-Finale wurde dann nachmittags noch einmal voll ausgekostet. Mit 28,10 schraubte sie nicht nur ihre Bestzeit und Rekorde nach oben, auch die Aussichten für die nächste Zeit wurden ganz andere.
„Noch einmal solche Steigerungen wie in den letzten 12 Monaten und wir sprechen nicht mehr nur über Finalteilnahmen, sondern über Medaillen bei Deutschen Meisterschaften in der offenen Klasse. Lilith hat die Chance, ganz oben anzukommen. Festgesetzt über drei Stilarten in der deutschen Spitze hat sie sich bereits jetzt schon“, zeigte sich die Niebüller Cheftrainerin Nielsen beeindruckt. „Wir unterstützen ihren Weg, wo wir nur können und freuen uns, dass sie als Aushängeschild unseren Nachwuchs so stark motiviert und zeigt, was alles möglich ist.“
